BUND Ortsgruppe Idstein - Waldems

Gesunde Bäume fällen in Zeiten des Klimawandels - Gehts noch?

Brennholzgewinnung, Verkehrssicherung, Windräder: Im Idsteiner Land geht es den Bäumen an den Kragen

Eine landschaftsprägende Allee ist verschwunden - statt Schatten und Schönheit nur noch Stümpfe und Hitze

Kahlschlag zwischen Heftrich und Esch – Stellungnahme des BUND Idstein/Waldems zum Umgang mit Bäumen im Idsteiner Land

 

In einer Nacht- und Nebelaktion fällte die Stadt in der Woche vor den Sommerferien an der Abbiegung nach Bermbach zwischen Heftrich und Esch neun große, etwa 90 Jahre alte Pappeln. Wie man an den Baumscheiben erkennen kann, waren die Bäume gesund. Sie standen auch nicht auf der Liste der zu fällenden Bäume, die den Naturschutzverbänden zur Stellungnahme überlassen wurde. Offensichtlich ist bei den Verantwortlichen immer noch nicht angekommen, dass wir gesunde Bäume dringend brauchen, da sie die einzigen sind, die das klimaschädliche CO2 aus der Luft entnehmen und im Holz dauerhaft den Kohlenstoff binden können, was in den Zeiten des Klimawandels für uns überlebensnotwendig sein kann. Der BUND appelliert an alle Verantwortlichen in Verwaltung, Politik und an die Waldbesitzer, dem Baumschutz Vorrang einzuräumen gegenüber den unterschiedlichen Nutzungen wie Brennholzgewinnung, Windkraftanlagen, Verkehrssicherung usw. Alle diese Ansprüche können auch befriedigt werden, ohne dass weiter gesunde Bäume gefällt werden. Unser Wald wurde in Deutschland jahrhundertelang durch das Prinzip der Nachhaltigkeit geschützt.  Das darf durch die aktuellen Bedürfnisse nicht aufgehoben werden. Fällung gesunder Buchen für die Brennholzgewinnung in Taunusstein und die Ausweisung von Windkraftvorranggebieten in gesunden Waldstücken fördern den Klimawandel nur noch mehr.

Die Auslosung erfolgte öffentlich und coronagerecht vor dem Unverpacktladen

Die Gewinner unseres Plastikfasten-Quiz

Vier Richtige waren die Voraussetzung für den Gewinn des 20 Euro-Gutscheines beim Unverpacktladen in der Weiherwiese 11 in Idstein. Die Lösung haben etwa ein Drittel der Einsender richtig. Daraus wurden die drei Gewinner ausgelost:

Debora Hönisch

Inge Keil

Erik Reichwein

Und das sind die Antworten: 

Durch Abschalten des Standby-Modus kann man 115 € im Jahr sparen.

Die PET-Getränkeflasche enthält am meisten Mikroplastik.

Eine Wegwerf-Kinderwindel benötigt für die Zersetzung 450 Jahre.

72 % der Trinkwasserproben in Europa enthalten Mikroplastik.

Fastenwoche 5: Mikroplastik

Mikroplastik - unsichtbare und schleichende Gefahr

Die Kosmetik- und Körperpflegeindustrie setzt synthetische Polymere (Kunststoffe) in einer Vielzahl von Produkten ein. Dabei werden synthetische Polymere in unterschiedlichen Größen und Formen verwendet. Die UNEP nennt Größen von wenigen Millimetern bis in den Nanometerbereich. Syn- thetische Polymere dienen unter anderem als Peelingpartikel, Bindemittel, Filmbildner und Füllmittel in Duschgelen, Shampoos, Cremes und dekorativer Kosmetik. Der Kunststoffgehalt in einem Produkt kann zwischen weniger als 1% und mehr als 90% variieren.

Studien haben gezeigt, dass bereits behandeltes Abwasser bis über 90 Plastikpartikel pro Liter enthalten kann. Des Weiteren wurden vor allem sehr kleine Partikel in Kläranlagenabläufen gefunden. Einmal im Meer angekommen, können diese Kunststoffe nicht mehr entfernt werden. Da Kunststoffe extrem beständig sind, können sie die Meere über hunderte Jahre belasten.

Meerestiere nehmen die Kunststoffe entlang der Nahrungskette auf. Studien verweisen auf Gewebeveränderungen bzw. Entzündungsreaktionen  und toxikologische Auswirkungen bis hin zu inneren Verletzungen und Todesfällen. (aus: BUND – Mikroplastik und andere Kunststoffe in Kosmetika, 2019).

Wie kann ich wissen, ob in meinen Kosmetika Mikroplastik enthalten ist? Schau auf die Website des BUND „Toxfox“ oder lade dir gleich die Toxfox-App herunter. Auf der Seite gibt es auch eine Anleitung, wie du die Daten deines Produktes herausfinden kannst:

www.bund.net/themen/chemie/toxfox/

Seife: Nicht nur ohne Plastikverpackung, sondern auch mikroplastikfrei

Fastenwoche 4

Plastikfasten bei Kleidung

Plastikfasten bei Kleidung:

Kaufst du auch gerne mehrmals im Jahr neue schicke Kleidungsstücke, die möglichst wenig kosten? Schau mal auf die Etiketten! Polyester, Polyacryl, Polyamid, Elasthan sind Kunstfasern, die häufig verwendet werden, bei Billigprodukten, aber auch bei teurer Spot- und Regenkleidung.

Konzerne werfen massenweise billig produzierte Kleidung auf den Markt. In den vergangenen 20 Jahren hat sich in den USA die Menge der Kleidungsstücke, die jährlich weggeworfen werden, von sieben auf 14 Millionen Tonnen verdoppelt. Damit trägt die Fast-Fashion-Industrie wesentlich zur Verseuchung der Umwelt bei und gefährdet zudem die Gesundheit. Die Out-
door-Kultur, die nach möglichst funktionaler Kleidung verlangt, befeuert die Produktion von Chemiefasern zudem.

Auch die feinen synthetischen Fasern aus unserer Kleidung sind Mikroplastik. Allein beim einmaligen Waschen einer Fleecejacke können bis zu 250.000 win-
zige synthetische Fasern herausgelöst werden. Kläranlagen oder Waschmaschinen können diese Fasern bislang nur teilweise herausfiltern, sodass ein Teil davon in unsere Gewässer eingetragen wird.

Was tun? Möglichst wenig kaufen, Naturfasern bevorzugen, Wachsjacken etc.

Quellen: BUND-Broschüre „Plastikfrei“ und BUND-Plastikatlas

Wolle, Seide, Baumwolle - man muss etwas suchen, aber es gibt auch Kleidung aus Naturmaterialien. Am besten ist natürlich Bioanbau.

Wolle, Seide, Baumwolle sind Alternativen zu Kunstfasern - möglichst aus biologischem Anbau

Fastenwoche 3

Aufbewahrung ohne Kunststoffe

Eine Küche ohne Kunststoffe - nicht ganz möglich, aber immerhin zu 99 Prozent? Zur Aufbewahrung von Nudeln, Reis, Zucker, Grünkern etc. benutze ich Blechdosen, die ich mir im Studium vor über 20 Jahren gekauft habe, und sie sehen immer noch gut aus! Fastenwoche 3: Beim Einkauf auf Langlebigkeit der Produkte achten! Plastik ist zwar nicht recycelbar, aber es geht kaputt oder wird unansehnlich und der Müllberg wächst.

Woche 2 - Mehrweg statt Einweg!

Ob Getränke, Joghurt oder Honig - wo es Mehrweg gibt, müssen wir Mehrweg nehmen!

 Einweg oder Mehrweg? Die Unterscheidung ist dabei häufig gar nicht so einfach: Beide gibt es aus Glas und PET sowie im Getränkekasten, auf beide wird Pfand erhoben. Damit ihr die Verpackungsarten zukünftig nicht mehr verwechselt, stellen wir euch die wichtigsten Unterscheidungskriterien vor.

Einwegflaschen werden nur einmal genutzt und dann aufwendig recycelt. PET-Mehrwegflaschen können bis zu 25-mal wiederverwendet werden, Mehrwegflaschen aus Glas sogar bis zu 50-mal.

Bei Herstellung und Transport spart eine PET-Mehrwegflasche rund 50 Prozent an CO2 gegenüber einer Einwegflasche ein. 

links: Die Flasche wird gereinigt und wiederverwendet. rechts: Die Flasche wird eingestampft, aus dem Kunststoff werden neue Dinge hergestellt (dabei muss immer ein großer Anteil neuer Kunststoff beigemischt werden)

Fastenzeit 2022 - Wir wollen Plastik fasten!

Stoppt die Vernichtung der Natur durch Plastik und Mikroplastik!

Plastik ist mittlerweile überall. Man findet es in jedem Ökosystem von der Arktis bis in den tiefsten Meeresgraben. Laut Umweltbundesamt zersetzt sich Plastik nie vollständig, es wird nur immer kleiner. Plastik enthält Zusätze, die giftig sind, z.B. Farbpigmente, UV-Schutz usw. Es ist dadurch umweltschädigend, krebserregend, gesundheitsgefährdend für Mensch und Tier. Wir essen heutzutage ungefähr eine Kreditkarte pro Woche mit unserer Nahrung, aber auch in Lunge und Plazenta befindet sich Mikroplastik (Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung). 

Genug Gründe, den eigenen Konsum zu reduzieren?

Hier wollen wir jede Woche einen neuen Tipp zum Vermeiden von Plastikmüll veröffentlichen und natürlich versuchen, ihn auch umzusetzen. Ideen, die ihr selber habt, bitte schicken an: 

mailto:bund-idstein-waldems(at)gmx.de

Tipp für die erste Fastenwoche: Kein Obst und Gemüse in Plastikverpackung!

Bio-Obst und Bio-Gemüse sollte man nicht in der Kunststoffpackung kaufen! Klar ist es schwierig - das Biogemüse ist ganz oft besonders plastikreich verpackt, denn es soll ja vom konventionellen Gemüse unterschieden werden. Da hilft oft nur das Einkaufen im Bioladen - hier gibt es auch Papiertüten. Die Erfahrung zeigt aber, dass man auch in den meisten Supermärkten bio und plastikfrei einkaufen kann. An der Kasse abwiegen lassen und dann in den mitgebrachten Stoffbeutel packen!

Klimademo in Idstein am 24.09.2021

Bei der Klimademo in Idstein zeigten etwa 300 Demonstranten, dass ihnen der Klimaschutz am Herzen liegt, ein wichtiges Signal für die Politik. Außer den Veranstaltern Pax Christi, Arbeitskreis Mission-Entwicklung-Frieden der katholischen Gemeinde und BUND redeten auch Vertreter von SPD, Grünen und Linken. Stände von den Grünen und der Unabhängigen Liste Idstein vervollständigten das Bild.

Natur und Umwelt in Idstein und Waldems

Ereignisse, offizielle Stellungnahmen zu Baumaßnahmen, Kritik an aktuellen Entwicklungen finden hier ihren Platz

Unsere ökologischer Fußabdruck

BUND-Stand auf dem Apfelweinfest am 12.09.21

Auf dem Apfelweinfest 2021 bot der BUND Idstein/Waldems Interessantes zu wichtigen Umweltthemen. So konnte man beispielsweise seinen eigenen ökologischen Fußabdruck ausrechnen und sich informieren, wo man Energie einsparen und seinen CO2-Ausstoß verringern kann. Es ist auch möglich, den Fußabdruck online bei Brot für die Welt auszurechnen:

https://www.fussabdruck.de/fussabdrucktest/#/start/index/

Es entstanden viele gute Ideen zum Thema Energievermeidung.

Stellungnahme der Naturschutzverbände zum Solarpark Idstein auf dem Rosenkippel

Die Idsteiner Naturschutzverbände sind grundsätzlich der Meinung, dass Solarpaneele auf die Dächer von Häusern gehören und nicht zu einem zusätzlichen Landschaftsverbrauch führen sollten. Ist der Bau durch uns nicht zu verhindern, sollten zumindest einige flankierende Maßnahmen durchgeführt werden, die die Fläche für die Natur aufwerten. Die komplette Stellungnahme finden Sie hier.

Bebauungsplan Altstadtgärten Idstein

Der hier besprochene Bebauungsplan ist laut Idsteiner Zeitung vom 22.05. vom Kasseler Verwaltungsgericht für unwirksam erklärt worden.

Stellungnahme zum Höerhof und den Altstadtgärten in Idstein

Der BUND lehnt nach wie vor die Bebauung bzw. Vernichtung der Altstadtgärten zum Zweck der Parkraumnutzung ab. Schon seit vielen Jahren wird sowohl vom Denkmalschutz als auch vom Umwelt- und Naturschutz auf die Bedeutung der Gärten für das Klima und die Artenvielfalt sowie die Gestaltung der Altstadt hingewiesen. Trotzdem wird immer wieder versucht, die Gärten zu bebauen. Die komplette Stellungnahme des BUND Idstein finden Sie hier.

Stellungnahme zum Henriettenthaler Hof

Erläuterung:

In der ursprünglichen Planung des Gewerbegebietes Henriettenthaler Hof zwischen Wörsdorf und Wallrabenstein war u.a. festgelegt worden, dass die naturräumlichen Gegebenheiten geschützt und entwickelt werden sollten und die Nutzung auch die alten Gebäude sinnvoll ergänzen sollte. Im Laufe mehrerer Schritte wurden die naturschutzrechtlichen Vorgaben immer weiter zurückgenommen, bis schließlich eine komplette Zerstörung der Biotopstrukturen genehmigt wurde gegen Ausgleichsmaßnahmen an irgendeinem anderen Ort. 

 

Stellungnahme der anerkannten Naturschutzverbände:

 

Bauleitplanung der Stadt Idstein 

Vorhabenbezogener Bebauungsplan „Gewerbepark Henriettenthaler Hof“ 2. Änderung sowie die Änderung des Flächennutzungsplans in diesem Bereich, Idstein-Wörsdorf

Beteiligung der Behörden gemäß § 4 Abs. 2 BauGB

Ihre Nachricht vom 20.10.2020

hier: Erneute Stellungnahme der Verbände 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die oben angeführten, nach dem BNatSchG anerkannten Verbände, bedanken sich für die Zusendung der Planunterlagen. Im Auftrag der Verbände gebe ich nach Prüfung der Unterlagen dazu die nachfolgende Stellungnahme ab:

Seitens der Naturschutzverbände wurden mit der Stellungnahme vom 28. Dezember 2019 Bedenken und Anregungen vorgebracht. Die Anregungen wurden teilweise berücksichtigt. Ein planerisches Angebot für die geforderte Flächen-Kompensation der beanspruchten Fläche des „Regionalen Grünzuges“ ist in den vorgelegten Planunterlagen nicht enthalten.

 

Zum naturschutzrechtlichen Ausgleich soll die Zuordnung der Biotopwertpunktedifferenz der Ökokontomaßnahme „Prozessschutz“ in der Staatswald Forstabteilung Weilmünster (Kernfläche Abt. 121 A 1) in der Gemarkung Dauborn erfolgen. Diese Möglichkeit der Eingriffskompensation ist zwar natur­schutzrechtlich möglich. Sie sollte allerdings aus der Sicht der Naturschutzverbände nur in Anspruch genommen werden, wenn im betreffenden Planungsbereich oder in der Gemarkung der Stadt Idstein ein ausreichender Ausgleich nicht möglich ist. Unseres Erachtens sind in der Gemarkung der Stadt Idstein genügend Projekte zum externen Ausgleich des geplanten Eingriffes vorhanden, z. B. geplante Renaturierung des „Südlichen Wörsbaches“, Maßnahmen zum Schutz bzw. Förderung der Bech­steinfledermaus (Erhaltung von Habitatbäumen etc, Ergebnisse des Bechsteinfledermaus-Projektes im Naturpark Rhein-Taunus) oder ökologische Aufwertung von Feldrainen. 

Aber auch Wand- und Dachbegrünungen der im Gewerbegebiet geplanten Fahrzeug-, Maschinen und Lagerhallen (Überbaubare Grundstücksflächen B) könnten zur weiteren Kompensation des Eingriffes beitragen. Die Aufnahme entsprechender Festsetzungen wird daher angeregt.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

gez. Becker

Hans-Joachim Becker

NABU-Gruppe Idstein e. V.

Stellvertretender Vorsitzender