BUND Ortsgruppe Idstein - Waldems

Dem Gartenschläfer auf der Spur

BUND Idstein beteiligt sich am Forschungsprojekt des BUND

Lebt der gefährdete Gartenschläfer in Idstein?  Dieser Frage ging in den vergangenen Monaten der Bund Idstein/Waldems auf den Grund. Sogenannte Spurtunnel sollten dabei helfen, dem kleinen Verwandten des Siebenschläfers - im wahrsten Sinne des Wortes - auf die Spur zu kommen. 

Die Methode ist denkbar einfach: Laufen die Tiere durch die Röhren, treten sie auf ein „Stempelkissen“ und hinterlassen ihre Spuren auf einem Blatt Papier. Da der Gartenschläfer besondere Schwielen an seinen Pfoten hat, lassen sich seine Spuren gut von denen anderer Kleinsäuger unterscheiden. Die Aktion ist Teil des Projekts „Spurensuche Gartenschläfer“, das im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird.

Hintergrund:

Der Gartenschläfer gibt Wissenschaft und Naturschutz große Rätsel auf. In Hessen geht es der Art zwar entlang der Flusstäler von Rhein und Main – insbesondere in Wiesbaden, dem Main-Taunus-Kreis und dem Kreis Groß-Gerau - nach derzeitigen Erkenntnissen noch vergleichsweise gut. Doch aus vielen Regionen Europas und Deutschlands ist die Art spurlos verschwunden. Warum, ist noch völlig unklar. Um Licht ins Dunkel zu bringen, starteten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung im Oktober 2018 die „Spurensuche Gartenschläfer“. Bis 2024 sollen eine umfassende Forschung und intensive Schutzmaßnahmen dabei helfen, die kleine Schlafmaus in großen Teilen ihres Verbreitungsgebiets in Deutschland zu erhalten.

 

An einem Juniwochenende wurden auf einer Obstwiese in Idstein-Heftrich 25 Spurtunnel im vorgeschriebenen Abstand angebracht. Alle ein bis zwei Wochen wurden sie dann von den Aktiven kontrolliert. Das Ergebnis war etwas enttäuschend: Außer Ohrenkneifern und Vögeln benutzte kein Tier der Obstwiese die Spurentunnel. Dafür meldete sich aus dem benachbarten Idstein ein Anwohner, der sogar zwei Gartenschläferfamilien auf seinem Grundstück beobachten kann. Unsere Ortsgruppe hat mit ihrem Engagement zumindest dazu beigetragen, dass die Population der Gartenschläfer genauer erfasst und die Art auf die Rote Liste gesetzt wurde. 

Ende September wurden die Tunnel wieder abgebaut und das Projekt beendet, denn nun begibt sich der Gartenschläfer in den Winterschlaf.

 

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