Biomonitoring und LCA bei Wildbienen-Nisthilfen

In Idstein hat sich der BUND in 2026 die über viele Jahre etablierten Wildbienen Nisthilfen im Ortsgebiet näher angesehen. Es fehlten Daten zum Biomonitoring (welche Wildbienen besuchen und Nutzen die Nisthilfe) der Nisthilfen.

Ferner wurde deutlich, dass die Wildbienen-Nisthilfen (5 große Insekten-Hotels) keinem LifeCycleManagement unterworfen waren. Mit viel Aufwand gebaut und etabliert, fehlten Zyklen der Instandsetzung und des Materialaustausches. Keine der Wildbienen-Nisthilfen hatte zudem Platz für Schlupfboxen vorgehalten. Schlupfboxen soll es Wild-Bienen erlauben das Nistmaterial sicher zu verlassen. Dabei handelt es sich meist um einen dunklen Kasten mit Schlupflöchern, durch die die Biene entkommen kann, ohne das Räuber Zugang finden.

Generell sollten Schilfstängel alle 3 Jahre ausgetauscht und Holz und Bambusstängel alle 4 Jahre überprüft werden. Dazu kann auch gehören, dass die Hölzer nach der Phase in der Schlupfbox (von Feb- Sep) wieder verwendet werden können. Dazu müssen die Gänge dann wieder aufgebohrt , gesäubert und der Locheingang glatt geschliffen werden. Gerade die Mauerbienen Osmia cornuta und Osmia bicornis säubern einmal genutzte Röhren nicht, sondern drücken höchstens die Reste von der Vornutzung gegen das Ende der Röhre mit den damit verbunden potentiellen Gefahren (z.B. Parasiten, Milben und Schimmelbefall). 

Begleitet von örtlicher Pressearbeit in der Zeitung und einem Vortrag über Wildbienen-Nisthilfen fand sich ein Kreis von Unterstützern aus unterschiedlichen Gruppen in Idstein (z.B. BUND, NABU, Runder Tisch Idstein, Laien) zusammen und hat die Nisthilfen Instand gesetzt mit Hilfe von guten Kameras das Leben an den Nisthilfen im Rahmen eines Biomonitorings erfasst. In monatlichen Abständen wurde von April bis Sept. ein Biomonitoring an den Wildbienen Nisthilfen durchgeführt.

 

Welch Tiere konnten wir entdecken?

 Neben Osmia cornuta (gehörnte Mauerbiene) und Osmia bicornis (Rostrote Mauerbiene) traten noch auf Chelostoma florisomne (Hahnenfuß-Scherenbiene), Osmia caerulescens (Stahlblaue Mauerbiene), als Nist-Bienen auf. Des Weiteren konnten die Wildbienen Parasiten/Räuber Sapyga clavicornis (gemeine Keulenwespe), Chrysis ignita, (Feuer-Goldwespe), Cacoxenus indagator (Taufliege) , Trichodes alvearius (zottiger Bienenkäfer), Anthrax anthrax  (Trauerschweber), Trichodes apiarius (gemeiner Bienenkäfer)  und weiter Besucher wie z.B. Wespenbiene (Nomata spp.) und Auplopus carbonarius (Tönnchenwegwespe) beobachtet werden.


Im Winter soll nun ausgewertet werden, welche Materialien und Standorte sich bewährt haben und wie die Wildbienen Nisthilfen im urbanen Raum weiter entwickelt werden können.
An dem Thema interessierte können sich wenden an: bund(at)idstein-waldems.de

Neben der Gehörnten Mauerbiene und der Rostroten Mauerbiene traten die Hahnenfuß-Scherenbiene und die Stahlblaue Mauerbiene als Nistbienen auf. Des weiteren konnten verschiedenen Parasiten und Räuber beobachtet werden.